Udo's Internetseite

Krieg und Frieden

Pazifismus - unsere letzte Chance?

Kriege brechen nicht einfach aus, sondern werden durch politische Fehlentscheidungen verursacht.

Die Erfahrungen meiner Eltern mit Kriegsdienst und Ungerechtigkeit haben mich, was Militär angeht, tief geprägt. Ich glaube nicht, dass es irgend eine Rechtfertigung dafür gibt, junge Menschen in den Krieg zu schicken.

Meiner Überzeugung nach muss das Töten von Menschen stets eine Straftat sein, von der es keine Ausnahmen geben darf. Ach ja, natürlich: Notwehr! Aber hat es etwas mit Notwehr zu tun, wenn man den Krieg vorbereitet, indem man aufrüstet? Ist es zu rechtfertigen, wenn Waffenlobbyisten die Politiker so beeinflussen, dass Waffen gekauft werden?

Der berühmte Verhaltensforscher, Arzt und Nobelpreisträger Konrad Lorenz schreibt dazu:
Große Bevölkerungszahlen bringen es mit sich, daß es zu viele Wähler und zu wenige Gewählte gibt. Selbst bei einem moralisch einwandfreien, wahrhaft demokratischen Verfahren vereint sich zuviel Macht in den Händen einiger weniger Menschen. Sehr wenige Menschen - und seien sie noch so gescheit und moralisch einwandfrei - sind imstande, in Machtpositionen ihre volle Menschlichkeit zu bewahren. Der Cäsarenwahn ist eine sehr reale Erkrankung.
In der Industriegesellschaft ist nicht zu verhindern, daß Besitz-Zuwachs auch einen Gewinn an Macht bedeutet. In unserer Welt der Massensozietät ist es unausbleiblich, daß kleinere wirtschaftliche Unternehmen mit ihrem beschränkten Kapital im Wettbewerb mit größeren den kürzeren ziehen. Es ist klar, daß mit dem Fortschreiten der Technologie die Großproduzenten schließlich alles beherrschen. Es ist ein Irrtum zu glauben, die Welt werde von Politikern regiert. Hinter diesen steht als der wirkliche Tyrann die Großindustrie. Wenn der Rüstungswettlauf auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs trotz aller Gipfeltreffen und Abrüstungsgespräche weiter geht, so geschieht das nicht, weil Russen und Amerikaner voreinander Angst haben, sondern weil die Industrie daran verdient.

Zitat aus Konrad Lorenz: „Der Abbau des Menschlichen“, Piper Verl. Mchn. 1983, S. 162

Heute ist der Eiserne Vorhang zwar beseitigt, aber als Ersatz dient das neue Feindbild „Achse des Bösen“ oder der internationale Terrorismus. Im Namen des Kampfes gegen die Terroristen werden Freiheitsrechte eingeschränkt und Kriege geführt. Aber geht es dabei wirklich um die Verteidigung der Menschenrechte? Kann man Krieg gegen Terroristen wirklich führen? Ist es nicht eine Illusion zu glauben, man könne alle Terroristen einsperren oder umbringen - und alles wird gut?

Nach Meinung von Kanzlerin Merkel ist die alte Trennung von innerer und äußerer Sicherheit “von gestern”, spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 müsse man in ganz neuen Zusammenhängen denken. “Nur wenn wir dieses neue Denken auch wirklich anwenden, bleiben Freiheit und Sicherheit angesichts dieser neuen Bedrohung in einer ausgewogenen Balance”, so die Meinung der Kanzlerin. Die öffentliche Debatte dreht sich überwiegend um die Auswirkungen des Terrorismus, wer befasst sich eigentlich mit den Ursachen des Terrorismus?

Einen Krieg beginnen heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn auflösen.

Christian Morgenstern

Was wir wirklich brauchen ist Gerechtigkeit. Wir sollten uns um einen Weltethos bemühen, der nicht die Gegensätze sondern die Übereinstimmungen zwischen den Weltanschauungen und Religionen hervorhebt. Das Töten eines Menschen ist grundsätzlich Mord - in allen Kulturen!

Wir müssen die Güter gerecht verteilen, statt Waffen zu produzieren! Wir dürfen das christliche Aushängeschild nicht zur Selbstbeweihräucherung missbrauchen, sondern das ernst nehmen, was christlich ursprünglich bedeutet.
Religiöser und antireligiöser Fanatismus gepaart mit überheblichem Nationalismus und Machtstreben war die Ursache praktisch aller Kriege, die die Menschheit jemals erlebt hat.

Weitere Links:

Ausgewählte Texte:


Letztes Update dieser Seite: 19. Juli 2014